DER FESTIVALLEITER

Am intensivsten wird Musik gemeinschaftlich und live erfahren. Ein Konzert, gar ein Festival, führt Menschen zusammen, verbindet sie in gemeinsamem Erleben und entlässt sie im besten Fall emotional bereichert und gedanklich angeregt. Eine besondere Umgebung, eine thematische Konzentration und höchstmögliche Qualität der Aufführungen machen das besondere Flair eines Festivals aus. Das Musikfestival Knechtsteden hat sich seit nunmehr fast zwanzig Jahren etabliert und ist inzwischen beides: ein unbestrittenes kulturelles Highlight der Region Niederrhein sowie ein kulturelles Markenzeichen, das europaweit wahrgenommen wird.

Das Musikfestival Knechtsteden beschäftigt sich mit einem Thema, das unerschöpflich ist und viele Menschen gerade in Zeiten der globalisierten Moderne sehr interessiert. Es geht um die Musik der Vergangenheit (von der ältesten erhaltenen Musik des frühen Mittelalters bis zum gerade erst vergangenen Jahrhundert), und es geht um eine ganz bestimmte Methode, diese Kunst zu erleben. Historisch informierte Aufführungspraxis heißt das im kühlen Wissenschaftsjargon. Gemeint ist nichts anderes als das, was der gesunde Menschenverstand jedem sagt, der darüber nachdenkt: Musik ist am aussagekräftigsten, wenn man sie so spielt, wie ihre Schöpfer es sich vorgestellt haben: mit den jeweiligen Instrumenten der Zeit und im Wissen um die alten Wiedergabearten.

Hermann Max gründete das Festival Alte Musik Knechtsteden im Jahr 1992. Seither findet es jährlich Ende September im Kloster Knechtsteden und seiner romanischen Basilika statt.
Internationale Künstler präsentieren von solistischen Programmen bis hin zum groß besetzten Oratorium oder zur Oper ein weites Spektrum klassischer Musik, aber auch Folklore, Improvisationen, Tanz und szenische Aufführungen sind zu erleben. Ein wesentlicher Teil der Konzerte wird von der Rheinischen Kantorei und dem Kleinen Konzert unter der Leitung von Hermann Max dargeboten.

Seit 2003 finden im Rahmen des Festivals mit großem Anklang auch Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche statt. Das Junge Festival, in dem Kinder und Jugendliche aus Dormagen und der gesamten Region mitwirken, begeistert Mitwirkende wie Besucher.

Besonderer Aufführungsort der meisten Konzerte ist die romanische Basilika des Klosters Knechtsteden. Das Kloster, ruhig im Grünen gelegen und von Wiesen und Wäldern umgeben, wurde 1130 von Prämonstratensern gegründet und beherbergt in der romanischen Basilika aus dem 12. Jahrhundert eines der sehenswertesten sakralen Baudenkmäler des Rheinlandes.

Direkt am Kirchenschiff liegt der Kreuzgang, der mit seinem Innenhof ein reizvolles Ambiente für kammermusikalische Aufführungen bietet. Auf dem Klostergelände finden sich zudem ehemalige landwirtschaftliche Gebäude (Bullenstall und Theaterscheune), die ebenfalls zu Aufführungen in kleinerem Rahmen einladen. Das Kreismuseum Zons im historischen Zollstädtchen am Rhein ist zusätzlich ein idealer Raum für Kammermusik .

Das Festival Alte Musik Knechtsteden hat sich zu einem wesentlichen kulturellen Ereignis der Region zwischen Köln und Düsseldorf entwickelt. Von seinem hohen künstlerischen Rang zeugen nicht nur Tausende von Besuchern, sondern auch die Rundfunkanstalten WDR, DLF und Deutschlandradio Kultur, die das Festival seit seinen Anfängen durch Mitschnitte und Koproduktionen dokumentieren.

www.knechtsteden-altemusik.de