Romantik

Es hat eine gewisse Zeit gedauert, bis den Exponenten der Historischen Aufführungspraxis gestattet wurde, ihre Erkenntnisse auch jenseits der Epochengrenzen von Klassik und Romantik zu erproben. Erst mussten ihre Methoden vom Rand des musikalischen Geschehens ins Zentrum rücken und Allgemeingut werden. Inzwischen musiziert auch Hermann Max mit historischen Instrumenten oder modernen Orchestern das große romantische Repertoire. Typisch für den Dirigenten ist dabei, dass er sich auch hier besonders intensiv der missverstandenen, der vergessenen oder der unterschätzten Komponisten dieser Epochen annimmt. Ob in Max Bruchs Arminius ein großes Werk des späten Historismus wieder zur Diskussion gestellt wird oder in Ferdinand Ries’ beiden großen Oratorien Der Sieg des Glaubens und Die Könige in Israel ein wichtiger Romantiker wieder zu seinem längst verblassten Ruhm kommt: Hermann Max streitet für dieses Repertoire mit vollem Einsatz. Der nach wie vor unter dem schrecklichen, antisemitischen Hohn Richard Wagners leidende Giacomo Meyerbeer wird bald hinzukommen, einer der wichtigsten Protagonisten der internationalen Romantik. Und auch noch einem weiteren großen Unterschätzten, dem österreichischen Brahms-Zeitgenossen Heinrich von Herzogenberg, gilt inzwischen die besondere Aufmerksamkeit des Dirigenten.